Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser - Bundesländer in der Kritik

Die Bundesländer kommen weiterhin ihrer Pflicht zur auskömmlichen Finanzierung der Krankenhaus-Investitionskosten nicht nach, kritisiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Sie stützt sich dabei auf eine Bestandsaufnahme des Verbandes zur Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung in den Bundesländern 2020.

Länder vernachlässigen Pflicht zur Krankenhausfinanzierung

Demnach klafft nach wie vor eine Milliardenlücke zwischen den Kosten für notwendige Investitionen in den deutschen Kliniken und ihrer tatsächlichen Finanzierung. Betrug der ermittelte Investitionsbedarf der deutschen Krankenhäuser im Jahr 2019 deutlich über sechs Milliarden Euro, haben die Länder davon gerade 3,16 Milliarden getragen. In einigen Bundesländern ist die Fördersumme sogar gesunken.

„Die nun schon Jahrzehnte anhaltende drastische Unterfinanzierung bei den Investitionskosten ist maßgeblich für Krankenhausschließungen verantwortlich. Anstelle dieses kalten Strukturwandels durch wirtschaftlichen Ruin muss wieder versorgungsorientierte Krankenhausplanung treten“, sagt der DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß.

Positiv bewertet die DKG hingegen das Zukunftsprogramm Krankenhäuser, mit dem vor allem Investitionen in die Digitalisierung der Krankenhäuser gefördert werden. Hierbei stellt der Bund rund drei Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung. „Es gilt nun, die Kofinanzierung durch die Länder abzusichern und die langfristigen Möglichkeiten solcher Programme zu prüfen, denn die Länder schaffen es offenbar nicht allein, ihren Finanzierungspflichten nachzukommen“, erklärt Gaß.

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