Greta Ullrich mit neuer Zusatzbezeichnung "Akut- und Notfallmedizin"

Greta Ullrich, Leiterin der Zentralen Notfallaufnahme an der Paracelsus Klinik Henstedt-Ulzburg, gehört zu den ersten Notfallmedizinern in Schleswig-Holstein mit der neuen Zusatzbezeichnung "Akut- und Notfallmedizin". Sie hat eine zweijährige Spezialisierung zusätzlich zur bereits absolvierten Facharztausbildung durchlaufen.

Die Notaufnahme der Paracelsus Klinik Henstedt-Ulzburg verfügt jetzt mit Greta Ullrich über eine Expertin mit Zusatzqualifikation

Greta Ullrich - Notfallmedizinerin mit der neuen Zusatzbezeichnung "Akut- und Notfallmedizin" © Maren Maak, Paracelsus Kliniken

Notfallmedizin - Hohe Anforderungen

Steigende Patientenzahlen und komplexe Erkrankungen und Verletzungen haben die Anforderungen an die Notfallversorgung und damit an die Qualifikation der in den Notaufnahmen tätigen Ärzte und Pflegenden verändert, schreibt die Klinik. Neben den vorzuhaltenden Fachabteilungen werde eine möglichst breite Fachkompetenz für die klinische Notfallmedizin gefordert, um alle Arten von Notfällen schnell zu erkennen, einzuordnen und die Initialversorgung einzuleiten. 

Um dies überall in gleicher Qualität sicherstellen zu können, sei die Zusatzweiterbildung "Klinische Akut- und Notfallmedizin" eingeführt worden. Die Modernisierung der ärztlichen Weiterbildungsordnung solle eine neue Qualität der Notfallversorgung ermöglichen, indem Fachärzte eine zweijährige Spezialisierung zusätzlich zur bereits absolvierten Facharztausbildung durchlaufen.

Vier Säulen der Notfallmedizin

Die Kernkompetenzen der Akut- und Notfallmedizin lassen sich durch vier Begriffe beschreiben: Stabilisieren, Diagnostizieren, Risikostratifizieren und Disponieren. Dies bedeutet, zunächst einmal, dass lebensbedrohliche Situationen erkannt und stabilisiert werden. Anschließend erfolgt dann die weitere Abklärung und die für den Notfall nötige Therapie. Eine weitere entscheidende Aufgabe ist eine Risikobewertung, die über die weitere Versorgung des Patienten entscheidet, also ob der Patient auf eine Intensivstation muss, im Krankenhaus behandelt werden muss, oder wieder nach Hause gehen kann und durch den Hausarzt oder einen Facharzt weiterbehandelt werden kann. Um diese komplexen Aufgaben erfüllen zu können, benötige es interdisziplinärer und interprofessioneller Zusammenarbeit.  

„Eine Modernisierung der Weiterbildung im Bereich der interdisziplinären Notaufnahme, wie sie jetzt seitens der Politik umgesetzt wurde, war wichtig. Durch die Qualifikation stellen wir bei der Aufnahme des Patienten sicher, dass dieser unter den besonderen Gesichtspunkten der interdisziplinären Notfallmedizin versorgt wird", erklärt Greta Ullrich.

Bereits im Frühjahr 2020 wurde in Schleswig-Holstein die Zusatzbezeichnung „Akut- und Notfallmedizin“ eingeführt. Nach langem, durch die Pandemie bedingtem Warten konnten nun die ersten Ärzte der Notaufnahmen die Prüfung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung ablegen.