Investitionsfinanzierung

Eine hochwertige patientenorientierte Krankenhausbehandlung ist nur mit zeitgerechter apparativer und baulicher Ausstattung möglich und erfordert beständige sowie hohe Investitionen in die Infrastruktur. Seit Jahren werden die Länder dieser Verantwortung nicht mehr gerecht.

Jährlich haben Krankenhäuser einen Investitionsbedarf in Höhe von über 6,5 Milliarden Euro. Den notwendigen Investitionen steht eine Investitionsförderung der Länder in Höhe von rund 3 Milliarden Euro gegenüber. Die auf Ländermitteln basierende Investitionsquote deutscher Krankenhäuser beträgt gegenwärtig nur rund 3 Prozent, während die gesamtwirtschaftliche Investitionsquote bei über 20 Prozent liegt. Jährlich besteht eine Investitionskostenlücke von rund 3,5 Milliarden Euro.

Bundesländer in der Pflicht

Die Bundesländer müssen ihre Verantwortung in der Investitionsfinanzierung endlich übernehmen. Dafür muss in jedem Land das vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) berechnete landesspezifische Investitionsvolumen erreicht werden. Andernfalls werden Krankenhäuser weiterhin gezwungen sein, Mängelverwaltung zu praktizieren. Für ihre Investitionsfähigkeit werden sie beispielsweise bei Sach- und Betriebskosten in den Bereichen Personal und Medizinprodukte auch widersinnige Einsparungen realisieren.

Wenn Bundesländer so auch Schleswig-Holstein ihre Verantwortung nicht übernehmen, ist eine bundesweite Initiative dafür erforderlich. Ein denkbarer Ansatz: Die Investitionsmittel für die Krankenhäuser werden in gleichen Teilen vom Land, von gesetzlicher und privater Krankenversicherung sowie vom Bund zur Verfügung gestellt. In eine auskömmliche Investitionsfinanzierung müssen auch die zusätzlichen Mehrkosten einer Digitalisierungsoffensive im Krankenhaus eingerechnet werden.

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