Segeberger Kliniken setzen auf neue Methode zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Im Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken setzen die Ärztinnen und Ärzte erstmals eine neue Technologie ein, die die Behandlung von Herzrhythmusstörungen deutlich schneller und zugleich gewebeschonender macht.

Segeberger Kliniken - Fortschritt bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen

v.l.: Dr. Susann Groschke, Oberärztin Elektrophysiologie; Michal Lemke, Gesundheits- und Krankenpfleger Herzkatheterlabor; Dr. med. Martin Borlich, Leitender Oberarzt Elektrophysiologie; Dr. med. Leon Iden, Chefarzt Elektrophysiologie © Segeberger Kliniken

Bei dem Eingriff kam eine Weiterentwicklung der sogenannten „Pulsed-Field-Ablation“ (PFA) zum Einsatz. Dieses Verfahren wird seit mehreren Jahren genutzt, um krankhafte elektrische Signale im Herzen gezielt zu behandeln. Es hat sich als besonders schonende Methode bewährt. Mit der neuen „Varipulse Pro Technologie“ wurde das Verfahren entscheidend verbessert: Ein speziell entwickelter, 3D-integrierter Katheter – ein dünner Schlauch, der ins Herz eingeführt wird – macht die Anwendung einer neuartigen Pulsform möglich.

Besonders bemerkenswert ist die außergewöhnlich kurze Dauer der einzelnen Ablationen, die in nur etwa vier Sekunden abgeschlossen sind.

Die verkürzten Eingriffszeiten schonen die Patienten und verringern die Belastung während der Behandlung. Gleichzeitig verbessert die neue Technologie die Abläufe in der Klinik.

Die Möglichkeit, Ablationen in dieser Geschwindigkeit und Präzision durchzuführen, eröffnet neue Perspektiven in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Dr. Leon Iden, Chefarzt Elektrophysiologie

Damit gehören die Segeberger Kliniken nach eigenen Angaben zu den ersten Einrichtungen weltweit, die dieses Verfahren anwenden.

Herzrhythmusstörungen – Was steckt dahinter?

Das Herz schlägt aus dem Takt: Die Herzfrequenz wird durch elektrische Impulse gesteuert, die die Kontraktionen des Herzens koordinieren. Bei Vorhofflimmern sind diese Impulse unregelmäßig, sodass sich die oberen Herzkammern (Vorhöfe) unkoordiniert zusammenziehen. Dies führt zu einem unregelmäßigen und oft schnellen Herzschlag, der sich bei manchen Patienten wie ein Flattern in der Brust anfühlt. Unbehandelt erhöht sich das Schlaganfallrisiko um das Fünffache, während das Sterberisiko sich verdoppelt.

Was ist eine Pulsfeldablation?

Es wurden zahlreiche Ablationstechniken, Katheterdesigns und Energiequellen entwickelt, um die Behandlung von Vorhofflimmern zu verbessern. Die Ablation mittels Elektroporation (Pulsed Field Ablation) ist ein neuer Ansatz, bei dem ein gepulstes, kontrolliertes elektrisches Feld eingesetzt wird, um das Herzgewebe, das den unregelmäßigen Herzschlag verursacht, gezielt zu behandeln. So kann das Gewebe keine unkontrollierten Impulse mehr abgeben.