Nach Gelenkoperationen treten häufig starke Schmerzen auf. Als Spezialklinik für den Bewegungsapparat mit Schwerpunkt auf Gelenkersatz und besonders komplizierten Prothesenwechseln hat die Ostseeklinik Damp bereits vor 15 Jahren einen rund um die Uhr erreichbaren Akutschmerzdienst etabliert. Speziell ausgebildete Pflegekräfte, sogenannte Pain Nurses, besuchen frisch operierte Patienten regelmäßig, um zu erfragen, ob sie mit der Schmerztherapie zufrieden sind oder ob Verbesserungen nötig sind. „Wichtig ist, einen optimalen Mittelweg zwischen effektiver Schmerzlinderung und früher Mobilisation zu finden“, erklärt Kerstin Peeck, Anästhesieschwester und leitende Pain Nurse. Um dies zu gewährleisten, stimmen sich Anästhesisten, Pain Nurses, betreuende Physiotherapeuten, Ärzte und Pflegekräfte auf den Stationen eng ab.
Die Grundlage für die Zertifizierung bildet ein umfassendes Konzept, das über Jahre hinweg federführend von Dr. Monika Reuter-Rosenberg, Oberärztin der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin sowie ärztliche Beauftragte des Akutschmerzdienstes, Pain Nurse Kerstin Peeck und Sven Donat, Leiter der Intensivstation und ausgebildeter algesiologischer Fachassistent, entwickelt wurde.
„Wir haben schon vor Jahren die personellen und fachlichen Strukturen geschaffen, um unseren Patienten eine wirklich sehr gute Akutschmerztherapie anbieten zu können“, sagt auch Dr. Wolfgang Klauser, Chefarzt der Orthopädie und Spezialist für Gelenkersatzoperationen: „Wirklich entscheidend aber ist, wie gut die Kollegen aus dem pflegerischen und ärztlichen Bereich die ausgearbeiteten Konzepte jeden Tag im Alltag mit Leben füllen und konsequent zum Wohle unserer Patienten umsetzen.“
„Jeder Patient hat das Recht, so wenig Schmerzen wie möglich zu verspüren“, betont Reuter-Rosenberg. Dennoch werden Akutschmerzen oft noch stiefmütterlich behandelt, was besonders Gelenkpatienten mit komplexer Schmerz-Vorgeschichte häufig nicht gerecht wird. „Unser Ziel ist und bleibt maximale Schmerzfreiheit bei minimalen Nebenwirkungen und schnellstmöglicher Mobilisation, damit Patienten nach der Operation schneller wieder auf die Beine kommen. So lassen sich Komplikationen wie Thrombosen vermeiden und die Genesung beschleunigen“, erklärt sie.
Die Akutschmerztherapie beginnt in der Ostseeklinik bereits vor dem operativen Eingriff. „Wenn die Therapie rechtzeitig vor der OP geplant wird, lässt sich der Schmerz gut kontrollieren“, so Reuter-Rosenberg. „Durch die Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels an den versorgenden Nerv kann der Schmerz bis zu 20 Stunden blockiert werden.“ Ist dieses Verfahren – etwa wegen einer Gerinnungsstörung – nicht möglich, steht eine Schmerzpumpe zur Verfügung. Dabei kann der Patient seinen Schmerzmittelbedarf über einen Venenzugang per Knopfdruck selbst regulieren.
Neben der Behandlung akuter Schmerzen bietet die Ostseeklinik Damp auch multimodale Therapiekonzepte für Menschen mit chronischen Schmerzen an. Diese werden je nach Krankheitsbild in den Bereichen Rheumatologie oder Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie umgesetzt.

