imland Kliniken werden Arbeitsplätze streichen müssen

Um eine Insolvenz der imland Kliniken mit ihren Standorten in Rendsburg und Eckernförder abzuwenden und eine tragfähige wirtschaftliche Zukunft zu ermöglichen, hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG drei mögliche Szenarien vorgelegt. Alle drei Varianten erfordern Finanzhilfen und einen drastischen Stellenabbau.

Imland Klinik - Insolvenz droht

imland Klinik Rendsburg © Matti Blume - Eigenes Werk, CC BY-SA, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=89058613

Szenario 1: Beide Standorte bleiben erhalten

In Szenario 1 soll die medizinische Versorgung an beiden Standorten im bisher gewohnten Umfang erhalten bleiben.

46 Millionen Euro müssten die Gesellschafter oder alternativ das Land Schleswig-Holstein hierfür bereitstellen. In diesem Szenario müsste imland rund 100 Vollzeitstellen in den kommenden zwei Jahren abbauen, um die Sanierung sicherzustellen.

Szenario 2: Verkleinerung des Standortes Eckernförde

Bei Szenario 2 würden beide Standorte in der stationären Versorgung bestehen bleiben, aber der Standort Eckernförde würde erheblich verkleinert werden. Es verbliebe nur eine stationäre Basis-Notfallversorgung mit Innerer Medizin, Unfallchirurgie und dem elektiven Gelenkzentrum in Eckernförde. Die Allgemeine Chirurgie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Geriatrie und Schmerztherapie würden nach Rendsburg verlagert werden. 

Die zur Finanzierung erforderlichen Beiträge der Gesellschafter lägen bei 42,3 Millionen Euro und bei imland müssten rund 250 Vollzeitstellen abgebaut werden.

Szenario 3: Standort Eckernförde als ambulantes Versorgungszentrum

Im dritten Szenario würde sich der Standort Eckernförde auf die ambulante Versorgung konzentrieren. Als stationäre Einrichtung würde der Standort geschlossen, die stationären Versorgungsangebote würden nach Rendsburg verlagert. 

Die Kosten für die Gesellschafter lägen bei gut 35 Millionen Euro, ein weiterer Teil der Finanzierung in Höhe von 20 Millionen Euro wäre über Bankkredite möglich. Mehr als 400 Vollzeitstellen müssten in diesem Szenario abgebaut werden.

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG empfehlen aus betriebswirtschaftlichen Gründen Szenario 3.

Die Entscheidung, welches Szenario in die Umsetzung geht, liegt bei dem Eigentümer der Klinik, also dem Kreis Rendsburg-Eckernförde. Die wirtschaftlichen Probleme der Klinik seien vor allem eine Folge der schlechten Bausubstanz. Verschärft worden sei die Krise durch die Corona-Pandemie, schreiben die imland Kliniken. In den letzten Monaten hat der Kreis die Klinik bereits mit rund elf Millionen Euro gestützt.