Warkens Sparpaket bedroht bis zu 47.000 Stellen im Krankenhausbereich

Mit dem geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz drohen den Krankenhäusern ab 2027 erhebliche Mindereinnahmen. Bundesweit müssten bis zu 47.000 Vollkräfte eingespart werden, um die Häuser überlebensfähig zu halten. Das Beratungsunternehmen Curacon warnt vor dieser Entwicklung.

Die Ausgabenkürzungen der gesetzlichen Krankenversicherung summieren sich allein für somatische Krankenhäuser im Jahr 2027 auf rund 4,1 Milliarden Euro.

Aktuelle Krankenhausdaten zeigen, dass mindestens 80 Prozent der Häuser in die Defizitzone rutschen werden. Zum Vergleich: Für 2025 hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft bereits einen Defizitanteil von 66 Prozent in ihrer Herbstumfrage festgestellt.

Focus wird auf Personal liegen

Vor diesem Hintergrund drohen viele Krankenhäuser wirtschaftliche Krisen, die sie vor große Herausforderungen stellen. Sie sind erneut gefordert, Einsparpotenziale zu finden und umzusetzen. Bei unveränderter Leistungserbringung sind signifikante Einsparmöglichkeiten jedoch kaum im Sachkostenbereich zu finden. Der Fokus wird sich laut Curacon vor allem auf das Personal richten.

Die durchschnittlichen Bruttopersonalkosten – also die Gesamtkosten für eine Vollkraft inklusive aller Abgaben – liegen bei rund 88.000 Euro (Basis: Curacon-Datenpool 2024). Um die Ergebnisverschlechterungen auszugleichen und die Häuser überlebensfähig zu halten, müssten bundesweit bis zu 47.000 Vollkräfte eingespart werden.

Auswirkungen bereits im Wirtschaftsplan 2027

Die Dringlichkeit zeigt sich auch im engen Zeitplan: Der Gesetzesentwurf liegt seit dem 29. April 2026 vor, das Inkrafttreten ist für den 1. Januar 2027 geplant. Die geplanten Einschnitte werden massive Auswirkungen auf die Wirtschaftspläne 2027 und den Planungszeitraum für die Jahresabschlüsse 2025 haben.