Szenarien zur wirtschaftlichen Lage der Krankenhäuser bis 2030
Auswirkungen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes auf Krankenhäuser
Prof. Dr. Boris Augurzky und Henrik Bergschneider vom hcb Institut haben zwei Szenarien zur wirtschaftlichen Lage der Krankenhäuser bis 2030 entwickelt. Das Basisszenario ohne Gesetzesänderungen zeigt eine Stabilisierung ab 2028 mit etwa 30 % der Krankenhäuser im Verlust. Das Reformszenario führt zu erheblichen Erlöseinbußen, steigenden Verlusten (bis zu 80 % der Häuser) und einer negativen Umsatzrendite von -6 % bis 2030.
Die Krankenhäuser können diese Verluste nicht durch Reserven ausgleichen und müssten Personal um 10 % reduzieren, was jedoch durch gesetzliche Vorgaben erschwert wird. Die Autoren fordern mehr Flexibilität und Ergebnisorientierung statt starrer Vorgaben, insbesondere bei den Pflegepersonaluntergrenzen (PPUG). Statt fixer Mindestzahlen sollte die Pflegequalität gemessen und sanktioniert werden, um Kosten effizient zu steuern.
Die neue Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses verlangt, dass Ärzte mit spezieller Qualifikation innerhalb von 30 Minuten am Patienten sind. Rufbereitschaften reichen dafür nicht mehr aus, was zu höheren Kosten führt.
Trotz leichter Verbesserungen in der Versorgung muss der Mehrkostenaufwand dem Nutzen gegenüberstehen, so Augurzky und Bergschneider. Höhere Standards verursachen oft starke Kostensprünge.
Mut zum Bürokratieabbau und echter Gestaltungsfreiheit
Bürokratieabbau kann Betriebskosten senken. Weniger Regulierung und mehr Fokus auf Ergebnisse statt Strukturen entlasten. Auch außerhalb der Krankenhäuser gibt es relevante Gesetze und Vorschriften, die Bürokratie verursachen.
Alternative: defizitäre Kliniken schließen
Wenn Einsparungen nicht genügen, müssen defizitäre Kliniken geschlossen werden. Patienten werden dann von anderen Krankenhäusern versorgt, was Erlöse steigert und Kosten nur leicht erhöht. Laut Analyse müssten 36 % der Standorte schließen, um ein positives Jahresergebnis zu erreichen. Das ist jedoch ein langfristiges Ziel, das mindestens zehn Jahre braucht.
Fazit
Krankenhäuser brauchen weniger Bürokratie und mehr Freiheit zur Gestaltung. Nur so lässt sich die Effizienz steigern und eine Strukturkrise vermeiden.