In Deutschland nimmt die Zahl älterer Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen stetig zu. Viele von ihnen nehmen zahlreiche Medikamente gleichzeitig ein, was die Behandlung erschwert und das Risiko von Wechselwirkungen erhöht. Hinzu kommen häufig Einschränkungen wie Gangunsicherheit, Muskelabbau oder kognitive Veränderungen, die bei rein fachspezifischer Behandlung leicht übersehen werden. Eine integrierte, frühzeitig einsetzende akutgeriatrische Versorgung hilft, Komplikationen zu vermeiden, die Selbstständigkeit zu erhalten und die Rückkehr in den Alltag zu beschleunigen.
Kristin Mutschler, Klinikgeschäftsführerin der Schön Klinik Eckernförde, sagt: „Mit der Erweiterung um die akutgeriatrische Versorgung schaffen wir eine Struktur, die dem besonderen Bedarf älterer Menschen im Akutfall noch besser gerecht wird.“ Bereits in der internistischen Notfallambulanz prüft das Behandlungsteam, ob eine geriatrische Mitbehandlung sinnvoll ist. Geeignete Patienten werden direkt von der Geriatrie mitbetreut und ohne Abteilungswechsel aufgenommen. Dieses nahtlose Vorgehen erspart besonders orientierungseingeschränkten Patienten belastende Umzüge innerhalb des Hauses.
Dr. Jonathan Hartmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Kompetenzzentrums für Innere Medizin und Altersmedizin, unterstreicht den medizinischen Mehrwert: „Ältere Patientinnen und Patienten mit komplexen Krankheitsbildern profitieren enorm davon, wenn geriatrische Expertise direkt bei der Aufnahme im Akutbereich verankert ist. Durch diese Erweiterung können wir gezielter therapieren, Risiken besser managen und die Selbstständigkeit unserer Patientinnen und Patienten wirkungsvoller erhalten.“
„Die Geriatrie und die Innere Medizin arbeiten bereits heute eng und vertrauensvoll zusammen. Mit der akutgeriatrischen Versorgung direkt ab dem Erstkontakt rücken beide Fachbereiche noch näher zusammen“, sagt Dr. Sonja Wigand, Sektionsleitung der Klinik für Geriatrie. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Behandlungsergebnisse für ältere und hochaltrige multimorbide Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern.“ Die geriatrische Frührehabilitation beginnt parallel zur akutmedizinischen Behandlung und soll Komplikationen wie Muskelabbau durch Immobilisierung verhindern, funktionelle Einschränkungen minimieren und die größtmögliche Selbstständigkeit fördern.
Ein interdisziplinäres Team aus Geriatrie, Innerer Medizin sowie speziell geschulter Pflege und Therapie betreut die Patienten. Neben dem akuten Krankheitsbild werden auch chronische Begleitprobleme von Anfang an berücksichtigt. Die Therapieziele werden kontinuierlich angepasst. Durch frühzeitige und konsequente Therapieeinheiten können die Patienten meist schneller und stabiler in ihre häusliche Umgebung zurückkehren.