Seit April liegt der Fokus des Hauses auf Altersmedizin (Geriatrie), seelischer Gesundheit (Psychiatrie) und Innerer Medizin. Die internistische Aufnahme ist rund um die Uhr geöffnet, und wöchentlich kommen etwa 30 Patientinnen und Patienten neu ins Krankenhaus. Zudem übernimmt das Haus Patienten aus anderen Kliniken zur Weiterbehandlung nach abgeschlossener Akutversorgung.
„Die Menschen in unserer Region werden älter, und der Bedarf an Altersmedizin wächst. Hier sichern wir die Versorgung vor Ort“, erklärt Geschäftsführer Prof. Dr. Lars Timm. „Mit unserer Aufnahme und als Partner für die Weiterbehandlung entlasten wir Notaufnahmen und Bettenkapazitäten umliegender Kliniken. So ergänzen wir das System, statt mit anderen zu konkurrieren.“
Dr. Martin Willkomm, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Geriatrie und Innere Medizin, ergänzt: „Schon im September haben wir so viele Menschen behandelt wie im gesamten Vorjahr. Das zeigt den großen Bedarf. Altersmedizin wird zur Grundversorgung – darauf sind unsere speziell ausgebildeten Teams vorbereitet.“
Die neue vierte Station beantwortet die Frage, wo ältere Menschen aus der Region behandelt werden, wenn sie krank sind. Ziel ist, dass sie anschließend wieder selbstständig zu Hause leben können. Ärzte, Pflege und Therapie arbeiten vom ersten Tag eng zusammen, was eine schnellere und bessere Genesung ermöglicht.
Laut Mitteilung fließen erste Gewinne direkt zurück ins Krankenhaus. Ab November entsteht in Kooperation mit der Praxis OrthoVital – Soumma ein Zentrum für ambulante Operationen. Zudem sind eine Tagesklinik für Altersmedizin, ambulante geriatrische Rehabilitation und eine psychiatrische Tagesklinik in Ratzeburg geplant.
Mut zur Reform
„Die Krankenhausreform ist keine Bedrohung, sondern eine Chance, die Versorgung neu zu denken. Man muss sie nur mutig angehen“, sagt Prof. Heinz Lohmann. „Geesthacht hat gehandelt: spezialisiert, vernetzt und mit klarem Blick auf den regionalen Bedarf. Diesen Mut brauchen wir auch bei der Umsetzung der Reform. Bewährte Strukturen sollten gestärkt, nicht in starre Raster gepresst werden. Wer vorangeht, darf nicht ausgebremst werden.“
Neben den Stationen in Geesthacht verantwortet das Krankenhaus im Regionalbudget die psychiatrische Versorgung für rund 205.000 Menschen im Kreis Herzogtum Lauenburg, mit Tageskliniken in Geesthacht, Mölln, Schwarzenbek und Lauenburg.