Ameos - Neuausrichtung im Kreis Ostholstein

Ameos plant, die Krankenhäuser auf Fehmarn und in Middelburg Ende 2026 zu schließen. Gleichzeitig sollen medizinische Leistungen verlagert und insbesondere der Standort Oldenburg neu ausgerichtet werden.

Ameos plant, die Krankenhäuser auf Fehmarn und in Middelburg Ende 2026 zu schließen. Gleichzeitig sollen medizinische Leistungen verlagert und insbesondere der Standort Oldenburg neu ausgerichtet werden.

AMEOS Klinikum Oldenburg © AMEOS

Das Unternehmen gab dies am Freitagnachmittag bekannt. Ziel ist es, die Versorgung langfristig zu sichern und auf die veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem zu reagieren. „Wir reagieren auf tiefgreifende Veränderungen im Gesundheitswesen und stellen unsere Strukturen so auf, dass wir auch in Zukunft eine verlässliche und bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Region gewährleisten können“, erklärt Krankenhausdirektorin Lena Radtke.

Neue Schwerpunkte für den Standort Oldenburg

Die Klinik für Geriatrie wird vom Standort Middelburg in das AMEOS Klinikum in Oldenburg integriert. Auch das Interdisziplinäre Schmerzzentrum am Standort Fehmarn wird nach Oldenburg verlegt.

Das Klinikum Oldenburg soll neben der allgemeinen internistischen und chirurgischen Versorgung um weitere Schwerpunkte erweitert werden, während künftig alle komplexen Eingriffe in Eutin gebündelt werden. In Oldenburg geplant ist ein ambulantes Operationszentrum mit mehr Kapazität für wohnortnahe Behandlungen. Die Notaufnahme wird weiterhin rund um die Uhr geöffnet sein und chirurgische Eingriffe im Rahmen der Notfallversorgung anbieten.

„Mit diesen zukunftsorientierten Schwerpunkten setzen wir ein klares Zeichen für den Erhalt des Standortes Oldenburg. Das Klinikum wird gezielt gestärkt und mit unseren Fachkräften aus Medizin und Pflege weiterentwickelt“, betont Radtke.

Das AMEOS Klinikum Eutin führt alle bisherigen Leistungsangebote uneingeschränkt fort. Zusätzlich zur Bündelung von komplexen Eingriffen in der Chirurgie wird der Fachbereich Neurologie einschließlich einer Stroke Unit und der Frührehabilitation aus Oldenburg integriert. Damit soll das medizinische Spektrum des AMEOS Klinikums Eutin, auch in der Notfallversorgung, weiter gestärkt werden.

Ameos hebt zunehmenden Druck im Gesundheitssystem hervor

„Mit der Krankenhausstrukturreform wird die Zentralisierung von Leistungen vorangetrieben, während gleichzeitig ambulante Versorgungsangebote deutlich ausgebaut werden sollen. Gleichzeitig stehen Krankenhäuser seit Jahren durch nicht refinanzierte Kostensteigerungen und massiv zunehmende politische Regulierungen unter erheblichem Druck. Der jüngste Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz lässt leider befürchten, dass die Rahmenbedingungen sich für die Krankenhäuser zusätzlich weiter massiv verschärfen werden“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Mit diesen strukturellen Maßnahmen will AMEOS trotz der erheblichen Herausforderungen im Gesundheitswesen die medizinische Versorgung in der Region sichern und gleichzeitig zukunftsfähige Arbeitsstrukturen schaffen. „Wir tragen Verantwortung für rund 2.000 Mitarbeitende in Holstein und müssen jetzt die richtigen Weichen stellen“, erklärt Katja Loesche, Regionalgeschäftsführerin AMEOS Nord.