Mindestmengen

G-BA legt Mindestmengen für Operationen bei Brust- und Lungenkrebs fest

Das Verfahren zur Festlegung von Mindestmengen gemäß § 136b Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) ist in der Verfahrensordnung des G-BA verbindlich festgelegt. Seit 1. Januar 2018 gilt die überarbeiteten Mindestmengenregelungen des G-BA (Mm-R). Sie legt für ausgewählte planbare Leistungen, bei denen die Qualität des Behandlungsergebnisses von der Menge der erbrachten Leistungen abhängig ist, jährliche Mindestmengen je Standort eines Krankenhauses fest.

Am 16. Dezember 2021 hat der G-BA für Brustkrebs-Operationen eine Mindestmenge von 100 und für Lungenkrebs-Operationen von 75 pro Jahr und Krankenhausstandort festgelegt. Spätestens ab dem Jahr 2025 müssen Krankenhäuser die Mindestmengen erreichen, um Operationen mit den Krankenkassen abrechnen zu können.

Außerdem setzte der G-BA die bestehende Mindestmenge für komplexe Operationen an der Bauchspeicheldrüse von 10 auf 20 herauf und aktualisierte im Zuge dessen auch die Liste der Operationen, die unter die Mindestmenge fallen.

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Konzentration auf Standorte

Krankenhäuser müssen spätestens ab dem Jahr 2025 die Mindestmengen bei Operationen von Brust- und Lungenkrebs erreichen, um die Leistungen gegenüber den Krankenkassen abrechnen zu können.

Brustkrebs

Im Jahr 2019 wurden in 732 der insgesamt 1914 Krankenhausstandorte in Deutschland chirurgische Behandlungen des Brustkrebses durchgeführt. Bei der beschlossenen Mindestmenge von 100 Leistungen pro Jahr konzentriert sich das Angebot voraussichtlich auf ca. 355 Standorte. Dabei erhöht sich die durchschnittliche Fahrtzeit zur nächstgelegenen Klinik von 15 auf 18 Minuten.

Lungenkrebs

Eine chirurgische Behandlung von Lungenkrebs wurde 2019 in 328 der insgesamt 1914 Krankenhausstandorte in Deutschland durchgeführt. Bei der beschlossenen Mindestmenge von 75 Leistungen pro Jahr konzentriert sich das Leistungsangebot voraussichtlich auf ca. 90 Standorte. Dabei erhöht sich die durchschnittliche Fahrtzeit der Patientinnen und Patienten zur nächstgelegenen Klinik von 20 auf 31 Minuten.

Transparenzliste

 

Im Jahr 2022 dürfen 1.070 Kliniken Mindestmengen-relevante Eingriffe vornehmen. Das sind 13 weniger als 2021. Diese Zahlen hat die AOK in der Mindestmengen-Transparenzkarte veröffentlicht.

Bewertung von Mindestmengen

Vom G-BA vorgegebene Mindestmengenregelungen für besonders komplexe und risikobehaftete Krankenhausleistungen sind dort sinnvoll, wo sie zu einer Verbesserung der Patientenversorgung beitragen. Sie dürfen aber nicht zu Strukturbereinigungszwecken missbraucht werden und Krankenhäuser von der Versorgung ausschließen, die trotz Unterschreitens der Mindestmenge hervorragende Qualität erbringen. Dies gilt besonders in solchen Fällen, in denen diese Häuser zur Sicherstellung der Versorgung, vor allem im ländlichen Raum, gebraucht werden.