Corona-Pandemie entlastet die Krankenkassen

Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet, haben Kassen durch die Pandemie Mehrausgaben, aber sie sparen auch Geld. Erste Hochrechnungen im Kassenlager hätten ergeben, dass die Pandemie zwar Mehrausgaben von gut sieben Milliarden Euro verursachen wird. Gleichzeit sparten die Kassen aber auch wegen ausgefallenen Behandlungen fast 7,8 Milliarden Euro. Damit verbliebe ein Plus von knapp 800 Millionen.

Corona: Krankenkassen sparen Geld trotz Mehrausgaben

AOK mit hohem Überschuss im ersten Halbjahr

Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) haben bis Ende Juni ein Plus von 320 Millionen Euro erwirtschaftet. Diese berichtet das "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (RND) am Dienstag (11.8.). Im ersten Quartal hingegen gabe es noch ein Defizit von 435 Millionen. 

Weniger Patienten als Ursache für den Rückgang

Die Ursache für diesen Überschuss sieht die AOK im Leistungsrückgang bei Krankenhäusern, Zahnarztpraxen, Reha-Einrichtungen und Physiotherapie-Praxen, teils aus Gründen der Vorsorge, weil Intensivbetten in Krankenhäusern zu Beatmung feigehalten, teils, weil medizinisch notwendige, aber nicht dringliche Operationen und Behandlungen verschoben werden mussten. Auch Vorsicht oder Angst der Patienten vor einer Infektion hätten zum Rückgang der Behandlungszahlen beigetragen.

Die Leistungsausgaben je Versicherten im “Corona-Quartal” von April bis Ende Juni stiegen daher nur sehr leicht um 1,6 Prozent. Im Vorjahresquartal gab es noch ein Plus von 3,4 Prozent. Martin Litsch, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes. "Einen solchen Ausgabenknick hat es seit Bestehen der Quartalsstatistik nicht gegeben."

Litsch, warnte allerdings vor falschen Rückschlüssen. "Die Kassen werden zunächst weiter auf Sicht fahren müssen, denn das Finanzergebnis des zweiten Quartals ist bloß eine Momentaufnahme. Der weitere Verlauf des Jahres 2020 ist noch nicht abzusehen", sagte er dem RND.

Folge der Pandemie: AOK erzielt im ersten Halbjahr Überschuss