Studien zu den Finanzhilfen

DKI - Blitzumfrage

Die Ausgleichszahlungen für die Krankenhäuser reichen nicht aus, um die Erlösausfälle und Zusatzkosten durch die COVID-19-Pandemie zu kompensieren. Dadurch hat sich die wirtschaftliche Situation der Häuser im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert, wie eine Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zeigt.

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Nach dem Krankenhausentlastungsgesetz erhalten Krankenhäuser eine von 360 Euro bis hin zu 760 Euro differenzierte Pauschale pro voll- bzw. teilstationären Patienten und Tag, falls wegen der COVID-19-Pandemie die Bettenbelegung pro Tag von der Durchschnittsbelegung des Vorjahres abweicht.

Rund drei Viertel der Kliniken geben an, dass diese Ausgleichszahlungen im Monat April 2020 nicht ausgereicht haben, um die Erlösausfälle zu kompensieren. In 33 % der Häuser waren die Ausgleichszahlungen sogar deutlich geringer als die Erlösausfälle und in 42 % der Einrichtungen tendenziell geringer.

Zudem sei die Pauschale von 50 Euro für persönliche Schutzausrüstungen für 90 Prozent der Krankenhäuser nicht kostendeckend. Für den Großteil der Krankenhäuser war damit die Beschaffung von Schutzausrüstungen ein Zuschussgeschäft, welches von den Krankenhäusern getragen werden muss. Gründe hierfür sieht die DKG zum einen in stark gestiegenen Einkaufspreisen. Zum anderen sei gerade bei infektiösen Patienten der Verbrauch von Schutzausrüstung sehr groß, so dass die Häuser mit 50 Euro in vielen Fällen nicht zurecht kommen könnten.

DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum: "Behauptungen auf Kostenträgerseite, die Kliniken würden generell Überzahlungen erhalten, erweisen sich damit als falsch. Vielmehr wird im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Schutzschirms differenzierter Nachbesserungsbedarf bei der Ausfallpauschale gesehen“.

Roland Berger "Krankenhausstudie 2020"

Die Tagespauschale von 560 Euro je Bett reicht insbesondere bei großen Häusern mit mehr als 1.000 Betten nicht aus, um die Erlösausfälle durch feigehaltene Betten auszugleichen. 75 Prozent der von Roland Berger im Rahmen der "Krankenhausstudie 2020" befragten Kliniken gaben an, dass diese Ausgleichzahlungen nach dem Krankenhausentlastungsgesetz, die Ausfälle nicht auffangen können.

Die Situation verschärft sich der Umfrage zufolge dadurch, dass sich die Kliniken nur langsam wieder füllen. Die Mehrzahl der befragten Krankenhausmanager rechnet damit, dass sich die Patientenzahlen frühestens nach sieben Monaten wieder erholen werden. Fünf Prozent der Befragten gehen sogar davon aus, dass das Vorkrisen-Niveau nie mehr erreicht werden kann.

Roland Berger Krankenhausstudie 2020