Krankenhaus Rating Report 2021

Mit Wucht in die Zukunft katapultiert

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser hat sich im Jahr 2019 erneut verschlechtert. Demnach lagen 13 Prozent im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr. In den Jahren 2017 und 2018 waren es noch elf Prozent, im Jahr 2016 vier Prozent. Auch die Zahl der Krankenhäuser mit einem negativen Jahresergebnis ist von 18 Prozent im Jahr 2016 auf 33 Prozent im Jahr 2019 gestiegen.

Zu diesen und vielen weiteren Ergebnissen kommt die siebzehnte Ausgabe des „Krankenhaus Rating Report“, der im Rahmen des „Hauptstadtkongress 2021 – Medizin und Gesundheit“ der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Fallzahlen stagnieren

Ausschlaggebend für die schlechte wirtschaftliche Lage dürfte die seit 2017 anhaltende Stagnation der Leistungsmenge gewesen sein, heißt es im Report. Zudem sank aufgrund der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 die stationäre Fallzahl um dramatische 13 Prozent, in den ersten Monaten der Pandemie vorübergehend sogar um 30 Prozent. Auch im Jahr 2021 dürfte die Ausnahmesituation mit deutlich geringerer Leistungsmenge als 2019 bestehen bleiben, prognostizieren die Autoren.

Große Krankenhäuser haben dem Report zufolge ein besseres Rating als kleine. Dabei erreichen Krankenhäuser mit einer Bettenzahl zwischen 600 und 900 bzw. mit Umsatzerlösen zwischen 140 und 190 Millionen Euro die beste Ertragslage – ausgenommen Fachkliniken. Ein hoher Grad an Spezialisierung beeinflusse das Rating ebenso positiv wie die Zugehörigkeit zu einer Kette. Kliniken in freigemeinnütziger und privater Trägerschaft würden im Allgemeinen beim Rating und der Ertragslage deutlich besser ab als öffentlich-rechtliche Kliniken abschneiden.

Fördermittel weiterhin zu niedrig

Die Fördermittel der Bundesländer für Investitionen der Krankenhäuser beliefen sich im Jahr 2019 auf 3,16 Milliarden Euro. Damit lagen sie gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent höher, sind im langfristigen Trend aber geschrumpft. Bezogen auf die Krankenhauserlöse beliefen sie sich im Jahr 2019 auf nur 3,5 Prozent (1991: rund 10 Prozent). Zum Erhalt der Unternehmenssubstanz sollten jährlich 7 bis 8 Prozent der Erlöse in Investitionen fließen.

Als E-Book ist der Krankenhaus Rating Report 2021 beim medhochzwei Verlag zu erwerben.