Krankenhäuser im Vergleich - Finanzkennzahlen September 2018

Öffentliche Krankenhäuser unterliegen im Wettbewerb

Die Studie stellt die Finanz- und Leistungskennzahlen öffentlicher, freigemeinnütziger und privater Krankenhäuser gegenüber. Für die Studie wertete die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Kennzahlen von 100 Krankenhäusern deutschlandweit für das Jahr 2017 aus.

PwC sieht insbesondere bei öffentlichen Krankenhäusern einen In-standhaltungsstau. Notwendige Modernisierungen wurden soweit hinausgezögert, dass ein großer Teil der Mittel in neue Gebäude-strukturen investiert werden muss. Auch bei anderen Finanzkennzahlen schneiden öffentliche Krankenhäuser schlechter ab als freigemeinnützige und private Krankenhäuser.

Die Studie führte zu folgenden Ergebnissen

  • Die Material-/ Personalaufwandsquote liegt bei öffentlichen Krankenhäusern im Vergleich zu privaten Einrichtungen acht Prozentpunkte höher.
     
  • Obwohl private Krankenhäuser 2017 weniger Fälle je Vollkraft behandeln, erreichen sie mehr CM-Punkte mit einer Vollkraft als öffentliche Krankenhäuser.
     
  • Hohe Außenstandstage der Verbindlichkeiten (DPO) zeigen, dass Einsparmöglichkeiten durch Skonti verpasst werden und dass Liquiditätsprobleme bestehen können.
     
  • Die Investitionsquote ist bei öffentlichen und privaten Trägern höher als bei freigemeinnützigen Trägern.
     
  • Der Anlagenabnutzungsgrad ist bei den öffentlichen Krankenhäusern besonders hoch, was von einer veralteten Krankenhausinfrastruktur zeugt. Auch ihr Verschuldungsgrad ist deutlich höher als in den anderen Vergleichsgruppen.
     
  • Private Krankenhäuser sind gegenüber freigemeinnützigen und öffentlichen Krankenhausträgern wesentlich wirtschaftlicher.

So beträgt die EBITDA-Quote bei privaten Trägern rund 8 Prozent im Vergleich zu rund 4 Prozent bei freigemeinnützigen und unter 2 Prozent bei öffentlichen Trägern.

Weitere Studienergebnisse sind auf der Homepage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hier abrufbar.