Die medizinische Rehabilitation Erwerbstätiger – Sicherung von Produktivität und Wachstum

Gesellschaft gewinnt Milliarden durch medizinische Rehabilitation

Für jeden in die medizinische Rehabilitation investierten Euro gewinnt die Volkswirtschaft nach einer aktuellen Studie der Schweizer Prognos AG fünf Euro zurück. Der Netto-Nutzen könnte sich bis 2025 auf 23 Milliarden Euro vervierfachen.

Auftraggeber der Studie sind die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (Degemed), der Verband der Privatkliniken NRW e.V. und der Verband der Privatkliniken in Thüringen e.V..

Beeindruckender Spar-Effekt

Nach den Ergebnissen der Studie wird die medizinische Rehabilitation angesichts des demografischen Wandels, steigender Lebensarbeitszeit und zunehmender chronischer Erkrankungen künftig für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland stark an Bedeutung gewinnen. Sie spare der Volkswirtschaft schon jetzt Milliarden an Renten-, Arbeitslosen- und Krankengeldzahlungen, sichere Arbeitsplätze, erhalte den Betrieben wertvolles Know-how, dringend benötigte Fachkräfte und vermindere deren krankheitsbedingte Fehlzeiten.

Die Untersuchung beziffert den volkswirtschaftlichen Beitrag der medizinischen Rehabilitation genauer. Anhand fünf ausgewählter Reha-Indikationen der Deutschen Rentenversicherung, die im Jahr 2005 rund 45 Prozent aller medizinischen Reha-Maßnahmen (365.000 Rehabilitanden) umfassten, berechneten die Prognos-Experten den Spar-Effekt. Danach ergaben gewonnene Berufstätigkeitsjahre und reduzierte Arbeitsunfähigkeitstage im Untersuchungsjahr einen Netto-Effekt von 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts oder 5,8 Milliarden Euro. Dem standen nur rund 1,1 Milliarden Euro an Ausgaben für die medizinische Rehabilitation gegenüber. Für jeden in die medizinische Rehabilitation investierten Euro gewinnt die Gesellschaft damit schon heute fünf Euro zurück.

Vervierfachung bei verstärkter Inanspruchnahme realistisch

In einem von den Forschern realistisch angelegten Szenario könnte sich der volkswirtschaftliche Nettonutzen der medizinischen Rehabilitation bis zum Jahr 2025 sogar auf 23,1 Milliarden Euro vervierfachen. Voraussetzung dafür ist allerdings, so die Studie, dass rehabilitationsbedürftige Versicherte die Leistungen der medizinischen Rehabilitation rechtzeitig nutzen können. Die Forscher fordern deshalb, verstärkt aktivere Möglichkeiten zu erproben, um Versicherte frühzeitig zu einer Antragstellung zu bewegen und den Zugang zu Leistungen zu verbessern. Gleichzeitig seien intensivere Forschungen erforderlich, um die verbesserte Wirksamkeit der medizinischen Rehabilitation zu belegen.