Faktenbuch Medizinische Rehabilitation

Harte Fakten: Erstes Reha-Faktenbuch des RWI

Das RWI hat Mitte April 2011 erstmals eine umfangreiche Faktensammlung zur Medizinischen Rehabilitation veröffentlicht. Auftraggeber war die Arbeitsgemeinschaft Medizinische Rehabilitation (AG MedReha), die damit die Zusammenhänge und die Bedeutung des Reha-Sektors für die Fachöffentlichkeit ebenso wie für die Politik und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger verständlicher und überschaubarer machen will.

Bereits heute bewirkt die medizinische Rehabilitation enorm viel für die einzelnen Menschen und für die deutsche Volkswirtschaft insgesamt. Sie könnte aber noch viel mehr leisten, wenn ihre Potenziale besser genutzt würden – und dies wird sie in einer immer älter werdenden Bevölkerung zukünftig auch müssen. Das ist eine der zentralen Botschaften des Faktenbuch Medizinische Rehabilitation 2011.

Derzeit werden rund zwei Millionen Menschen jährlich im Rahmen von medizinischen Rehabilitationsmaßnahmen behandelt. Das Umsatzvolumen dieses Versorgungssektors liegt bei acht Milliarden Euro jährlich. 

Mit diesen Investitionen wird beispielsweise erreicht,

  • dass 60 Prozent aller Reha-Patienten im erwerbsfähigen Alter in den ersten fünf Jahren nach einer Rehabilitation im Berufsleben bleiben können und
  • dass dem Arbeitsmarkt jährlich über 150.000 Arbeitskräfte erhalten bleiben, die ohne die medizinische Rehabilitation krankheitsbedingt aus dem Beruf ausscheiden müssten. 

Diese und zahlreiche weitere aufschlussreiche Einzelheiten zur Wirkung der medizinischen Rehabilitation hat das RWI in seinem Faktenbuch Medizinische Rehabilitation dokumentiert. Dazu wurden zahlreiche Studien, Veröffentlichungen und Statistiken aus den vergangenen beiden Dekaden zusammengetragen.

Reha sichert Rente mit 67

Die Informationen und Daten wurden nicht nur gesammelt, sondern auch nach wissenschaftlichen Kriterien geordnet, interpretiert und analysiert, um daraus Schlussfolgerungen für die gegenwärtigen und zukünftigen Rahmenbedingungen der medizinischen Rehabilitation ableiten zu können. Zum Beispiel für ein aktuelles zentrales gesellschaftspolitisches Thema, mit dem die Rehabilitation in engem Zusammenhang steht, die Rente mit 67. Denn ein späterer Eintritt in den Ruhestand ist nur für diejenigen möglich, die bis dahin auch gesund – also erwerbsfähig – bleiben. Ohne die medizinische Rehabilitation, das belegen verschiedene im Faktenbuch Reha dokumentierte Studien, wird sich dieses Ziel für einen Großteil der Bevölkerung wohl kaum erreichen lassen. 

Eine ähnlich wichtige Wirkung hat die medizinische Rehabilitation auch bei der Vermeidung von Pflegebedürftigkeit. Studien zeigen, dass durch rechtzeitige Intervention mit Reha der Weg ins Pflegeheim mindestens hinausgeschoben oder sogar verhindert werden kann, was eine enorme Entlastung für die Pflegekassen bedeutet. 

Das Faktenbuch zeigt auf, dass die Entfaltung dieser wertvollen Reha-Effekte derzeit durch verschiedene Faktoren unnötig gebremst wird. Dazu gehören verbesserungswürdige gesetzliche Rahmenbedingungen, bürokratische Hemmnisse, Budgetbeschränkungen und die unzureichende Vernetzung der Versorgungssektoren.

Pflichtlektüre für die richtige Weichenstellung

Ziel des Faktenbuches ist es, die richtigen Weichen zu stellen. Das Werk sollte für die verantwortlichen Sozial- und Gesundheitspolitikern ebenso zur „Pflichtlektüre” werden wie für die Sozialleistungsträger und auch Leistungserbringer.

Eine PDF-Version steht zum Download bereit.