„Medizin-Sozialismus“ ist Realitätsverweigerung

Die von den Linken geforderte Re-Kommunalisierung von Krankenhäusern ist Fantasie. Sie würde die Gesundheitsversorgung in Deutschland erheblich verteuern und verschlechtern. Mit dieser Einschätzung reagiert der BDPK auf Äußerungen des krankenhauspolitischen Sprechers der Linken-Fraktion im Bundestag, Harald Weinberg.

Weinberg hatte in der vergangenen Woche behauptet, Gewinne der Krankenhäuser würden auf Kosten der Versorgung von Patienten und auf dem Rücken der Beschäftigten erzielt.

Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) weist darauf hin, dass ein Großteil der medizinischen Leistungserbringer in Deutschland privatwirtschaftlich organisiert ist: "Wer privatwirtschaftliches Engagement in der Gesundheitsversorgung ablehnt, will im Ergebnis auch die Abschaffung von freier Arzt- und Krankenhauswahl, will die Therapie- und Niederlassungsfreiheit beseitigen und eine sozialistische Planwirtschaft einführen.“

Alle Leistungserbringer, niedergelassene Ärzte, Zahnärzte, Apotheken und Physiotherapeuten würden hierzulande genau wie die Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken als Einzelunternehmer arbeiten. Alle trügen wirtschaftliche Eigenverantwortung, stünden im Wettbewerb und müssten sich um gute Behandlung und zufriedene Patienten bemühen. Gerade das sei nach Auffassung des Verbandes eine der großen Stärken unseres Gesundheitssystems.

Planwirtschaft ein Irrweg

Planwirtschaft, so der BDPK, ist jedoch erwiesenermaßen ein Irrweg und die Verstaatlichung von Krankenhäusern widerspreche der freiheitlichen und pluralistischen Gesellschaftsordnung in Deutschland. Patienten hätten die freie Wahl: Sie könnten sich in medizinischen Notfällen ebenso wie bei geplanten Behandlungen ihren Arzt und ihr Krankenhaus aussuchen – und das sollte nach Überzeugung des BDPK auch so bleiben.

Der Verband verwies zudem darauf, dass private Klinikträger in den vergangenen Jahrzehnten deutschlandweit hunderte marode Krankenhäuser zumeist aus kommunaler Trägerschaft übernommen haben. Mit ihren Investitionen hätten sie wichtige Versorgungsstrukturen und Tausende Arbeitsplätze erhalten und modernisiert, wo es der Staat nicht mehr konnte. Mehr Staat bedeutet mehr Ausgaben und letztlich höhere Krankenkassenbeiträge für jeden.