Verletzten-Monitor: Unfallgeschehen und Unfallursachen in Deutschland

Kinder werden meist als Fußgänger im Straßenverkehr verletzt. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein Motorrad- oder Autounfall die häufigste Unfallursache. Bei Menschen ab 70 Jahren steigt die Gefahr, durch einen Sturz aus niedriger Höhe schwer verletzt zu werden.

Welche Unfälle ereignen sich bei Kindern, Jugendlichen und alten Menschen

Symbolbild

Das geht aus dem Verletzten-Monitor der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hervor. Der Monitor gibt einen Überblick über das jährliche Unfallgeschehen in Deutschland und verschiedene Unfallursachen. 

Danach gibt es jedes Jahr knapp zehn Millionen Unfälle. Die meisten davon geschehen im Haushalt und in der Freizeit. 30.000 Menschen verletzen sich so schwer, dass sie in Lebensgefahr schweben.

Versorgung in TraumaZentren

Rund drei Viertel der Schwer- und Schwerstverletzten wurden in einem der 600 TraumaZentren der Initiative TraumaNetzwerk DGU® behandelt. Diese Kliniken sind speziell ausgestattet und bieten den Unfallopfern die besten Überlebenschancen. 

In aller Regel wurden die Patienten innerhalb von 66 Minuten nach dem Unfall im Schockraum einer Klinik versorgt – 19 Prozent wurden dabei mit einem Rettungshubschrauber in die erstversorgende Klinik eingeliefert.

Die Versorgung durch ein Schockraumteam betrug laut Monitor durchschnittlich 87 Minuten. Insgesamt betrug die durchschnittliche Liegedauer im Krankenhaus knapp zwölf Tage. Bei elf Prozent der Patienten waren die Verletzungen so schwer, dass sie im Krankenhaus verstarben.

Zwei Drittel der Patienten konnten anschließend nach Hause entlassen werden. Jeder Zehnte trat eine Reha an.

Datenschutz als Problem

Die Daten für den Verletzten-Monitor stammen aus dem Traumaregister DGU®, das seit 1993 die Versorgung Schwerverletzter dokumentiert. Es enthält mehr als 400.000 Datensätzen.

Die 2018 in Kraft getretene und in den Bundesländern unterschiedlich ausgelegte Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) hat laut der medizinischen Fachgesellschaft zur Verunsicherung bei den Anwendern geführt, mit der Folge, dass zahlreiche Patientenfälle nicht mehr an das TraumaRegister DGU® gemeldet wurden. 

Kernproblem sei die vorgeschriebene schriftliche Einverständniserklärung des Patienten zur Datenspeicherung in einem Register. Schwerverletzte seien aufgrund ihrer körperlichen Versehrtheit und der psychischen Belastung durch das Unfallgeschehen häufig nicht in der Lage, Einwilligungserklärungen durchzulesen, zu bewerten und zu unterschreiben.

„Daher setzen wir uns dafür ein, dass es eine gesetzliche Regelung gibt, die Rechtssicherheit schafft. Wir haben die Gesundheitspolitik aufgefordert, hier schnellstmöglich zu handeln und gleichzeitig das Niveau des Datenschutzes hochzuhalten“, sagt Prof. Dr. Gerrit Matthes, Leiter der DGU-Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS).