Regio Kliniken: Handgefertigte „Seelentröster“ begleiten Krebspatienten

Engel aus Perlen, gehäkelte Schmetterlinge, textile Kleeblätter, knuffige Teddys, handgestrickte Mut-Mützen: Das Team des Regio Darmzentrums freut sich über liebevoll gestalteter „Seelentröster“. Und die Patienten der onkologischen Station sind begeistert von den kreativen Kraftspendern mit der Extraportion Nächstenliebe.

Das Team des Regio Darmzentrums freut sich über Dutzende liebevoll gestalteter „Seelentröster“.

Warmherzige Aktion: Tanja Freymann (v. l.), Elke Bünning und Sabine Golz-Makoschey zeigen einige der handgefertigten „Seelentröster“ © Regio Kliniken

Alles begann beim ambulanten Hospizdienst Pinneberg-Uetersen, beschreibt die Klinik die Entstehung. Dort engagiert sich Tanja Freymann, Stationsassistentin des Regio Darmzentrums, ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Und dort erzählte sie Elke Bünning, ebenfalls ehrenamtliche Sterbebegleiterin, im August von ihrer Idee, den Patientinnen und Patienten auf der onkologischen Station mit einer Art „Seelentröster“ Mut zu machen im Kampf gegen die Krankheit.

Elke Bünning, selbst ehemalige Krebspatientin, war sofort dabei: „Da sprudelten die Ideen in meinem Kopf“, sagt sie. Noch am selben Tag aktivierte sie ihr Facebook-Netzwerk. „Ich bin dort in zwei Nähgruppen und habe einfach mal gepostet, dass wir genähte und gestrickte Kuscheltiere für Krebspatienten suchen.“ Das Echo war enorm: „Ich saß nur noch am Handy“, sagt Frau Bünning. Und war damit in ihrem Element: „Ich organisiere total gern.“

Schon nach zwei Wochen war die erste Kiste mit „Seelentröstern“ randvoll. „Da haben sich Menschen für die Regio-Patientinnen und -Patienten engagiert, die kenne ich nicht mal. Das war ein richtig schönes Erlebnis.“

Die Facebook-Runde nähte, strickte und lieferte nicht nur fleißig für die Krebspatientinnen und -patienten, sondern stieß weitere Projekte an. Genähte und gestrickte sogenannte „Mut“- und „Onko-Mützen“ für Patientinnen und Patienten, die infolge der Chemotherapie ihre Haare verlieren, kamen hinzu. 

„Das alles hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt Elke Bünning. Die begeisterte Hobbyschneiderin ließ auch die eigene Nähmaschine glühen, lieferte ganz nebenbei noch sogenannte Nesteldecken für geriatrische Patientinnen und Patienten. Diese Decken bestehen aus unterschiedlichen Stoffen und sind mit Kordeln, Reißverschlüssen oder Fransen verziert, sodass insbesondere demenzkranke Menschen etwas zum Festhalten und zur Ablenkung haben.

Verteilt werden die kreativen Unikate von Tanja Freymann und Sabine Golz-Makoschey, onkologische Fachkrankenschwester im Regio Darmzentrum. Medizinische Auflagen gibt es nicht. „Jeder Patientin und jedem Patienten wird ein Seelentröster angeboten“, sagt Sonja Kaczmarek, Koordinatorin des Darmzentrums.

Elke Bünning weiß aus eigener Erfahrung, was für ein Schatz ein solcher „Seelentröster“ sein kann.

Ich habe gemerkt, wie schön es ist, dass jemand an mich gedacht hat. Das trägt einen so durch diese schwere Zeit.