Projekt “Pflege, aber klar!” erfolgreich gestartet

Das Projekt „Pflege – aber klar!“ zur Vermeidung von riskantem Suchtmittelkonsum von Pflegekräften ist nach Angaben der Initiatoren erfolgreich gestartet. Es wurde von der Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e.V. (LSSH) gemeinsam mit sechs Krankenkassen und den AMEOS Einrichtungen in Holstein entwickelt.

AMEOS Einrichtungen in Holstein - Workshops für Pflege- und Führungskräfte zur Therapie von Sucht

Ziel des Projektes ist es, Pflegepersonal vor Sucht zu schützen, indem Risikofaktoren identifiziert und der gesundheitsbewusste Umgang mit suchtauslösenden Situationen geübt wird.

Die Frage, was man tun kann, wenn ein/e Kolleg*in durch eine Suchtproblematik auffällt, z.B. durch eine verwischte Sprechweise, Fahrigkeit, schwankenden Gang oder einer deutlichen Fahne, ist oftmals schwer zu beantworten. Zum einen möchte man sich nicht in private Angelegenheiten einmischen, zum anderen möchte man bei einem offensichtlichen Problem aber auch nicht wegschauen. - Genau bei dieser Fragestellung setzt das Projekt „Pflege – aber klar!“ an.

Den Teilnehmer*innen werden in mehreren Präsenzphasen der Weiterbildung ein breit aufgestelltes Wissen über das Thema Sucht im Betrieb vermittelt. "Sie werden als Ansprechpartner*innen, Vermittler*innen oder Motivationsverstärker*innen für direkt oder indirekt betroffene Mitarbeitende zum Einsatz kommen“, erläutert Björn Malchow, Ansprechpartner für betriebliche Suchtarbeit der Landesstelle und ergänzt, dass Führungskräfte eine wesentliche Schlüsselrolle einnehmen und daher auch in die Qualifizierung durch das Projekt eingebunden sind.

Oft besteht Unsicherheit, wie Beschäftigte angesprochen werden können, bei denen auffällt, dass sie ihre gewohnten Leistungen nicht erbringen oder sich anders verhalten als sonst. Genau hier liegt der Schwerpunkt in den Workshops für Pflege- und Führungskräfte.

„Gerade in den letzten Monaten, in denen die Herausforderungen durch die Corona Pandemie sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld sehr hoch sind, stellen wir bei unseren Mitarbeitenden fest, dass sie unsere Unterstützungsprogramme öfter in Anspruch nehmen, z. B. den pme-familienservice und das Lebenslagen-Coaching, über die wir unseren Mitarbeitenden, z.B. Betreuungslösungen für Kinder und pflegebedürftige Angehörige sowie Beratungsangebote für schwierige Lebenssituationen anbieten. Uns ist wichtig zu signalisieren, dass sich unsere Mitarbeitenden auch in Krisenzeiten auf uns verlassen können und wir an ihrer Seite sind“, betont Krankenhausdirektor Andreas Tüting.

Mathias Schröder, 41, Fachpfleger im AMEOS Klinikum Neustadt, hat die im Projekt angebotene Weiterbildung zum „Multiplikator Sucht“ bereits erfolgreich abgeschlossen. Sein Feedback ist durchweg positiv: „Die Teilnehmer*innen kamen aus unterschiedlichen Berufsgruppen, es waren Klinikmitarbeitende ebenso vertreten wie Therapeut*innen und Kolleg*innen aus dem Sozialdienst. Wir haben fundiertes Grundwissen über das komplexe Thema Sucht erhalten und wurden für den praktischen Einsatz gut vorbereitet, so konnten wir auch schon Kolleg*innen gut aufklären, beraten und unterstützen.“

In den AMEOS Einrichtungen in Holstein wurden bereits über 250 Mitarbeitende und Führungskräfte der Pflegebereiche informiert und geschult, teilt das Klinikunternehmen mit. Weitere Schulungstermine sind in Planung.

Das Projekt „Pflege - aber klar!“ wird im Rahmen des Präventionsgesetzes und des Pflegepersonalstärkungsgesetzes gefördert!