Paracelsus startet Kampagne "Notfall Sepsis"

Mit einer internen Informations-Kampagne will Paracelsus die Sterberate senken und die Behandlung der Sepsis verbessern. Über eine interne Mitarbeiter-App informiert die Aufklärungskampagne die Mitarbeiter über mehrere Monate rund um diese schwerwiegende, aber oft vermeidbare Erkrankung.

Angela Grundey beim Einsatz des SixPacks auf der Intensivstation.

Anästhesiologische Oberärztin Angela Grundey © Karolin Graf

Vorgesehen sind mehrere Schulungsvideos zu Themen wie „Abnahme von Blutkulturen“, „Inspektion eines zentralen Venenkatheters“ oder „Anlage eines peripheren Venenkatheters“. Und es wird mit einigen harten Fakten auf die Brisanz des Themas aufmerksam gemacht. Denn schwerwiegende Langzeitfolgen nach überstandener Sepsis, eine fehlerhafte Einschätzung von Symptomen und oft viel zu später und damit lebensgefährlicher Behandlungsbeginn sind Realitäten, die auch durch fehlendes Wissen verursacht werden, schreibt die Klinikgruppe in einer Mitteilung.

"SixPack" als Eyecatcher

„Ein fachgerechter Umgang mit der Sepsis bzw. die Vermeidung einer Sepsis lässt sich mit minimalen Stellschrauben erreichen. Aber man muss eben gut Bescheid wissen, deshalb setzen wir auf Aufklärung“, erklärt Karolin Graf, Leiterin des Zentralinstitutes für Krankenhaushygiene bei Paracelsus.

So wird beispielsweise innerhalb der Kampagne darauf aufmerksam gemacht, immer drei Paare Blutkulturen abzunehmen, um eine Sepsis sicher diagnostizieren zu können – dies ist längst noch keine gängige Praxis in den Krankenhäusern hierzulande.

Um diesen so wichtigen Baustein einer adäquaten Sepsis-Diagnostik in den Köpfen der Mitarbeiter zu verankern, verteilt Paracelsus im Rahmen der Kampagne ein mit Fakten zur Sepsis bedrucktes sogenanntes "SixPack". „Denken Sie bei Sepsis immer an ein Sixpack“, heißt es im entsprechenden Lehrvido. „Als knallbunter Eyecatcher aufgestellt, soll dieses Geschenk an unsere ärztlichen Kollegen das Thema vor Ort präsent machen“, erklärt Karolin Graf die Aktion.

Doktorarbeit wertet die Behandlung von Patienten mit Sepsis aus 

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet, um nach Abschluss der Kampagne fundierte Handlungsempfehlungen für die Praxis abgeben zu können. Joachim-Peter Biniek, Mitarbeiter des Zentralinstitutes für Krankenhaushygiene und Mitinitiator der Kampagne, wird im Rahmen seiner Doktorarbeit die Behandlung von Patienten mit Sepsis als Erst- oder Nebendiagnose auswerten.