Krankenkassen machen Überschüsse

Die 105 Krankenkassen haben im 1. Halbjahr 2020 einen Überschuss der Einnnahmen über die Ausgaben von rund 1,3 Milliarden Euro erzielt. Die Finanzreserven der Krankenkassen stiegen demnach bis Ende Juni auf rund 20,8 Milliarden Euro. Diese Zahlen legte das BMG jetzt vor.

Finanzergenisse der Krankenkassen

„Weil Patienten in der ersten Jahreshälfte weniger zum Arzt und ins Krankenhaus gegangen sind, sind die Ausgaben der Krankenkassen vor allem in den Monaten April bis Juni gesunken. Aber das ist nur eine Momentaufnahme. Wie sich das weitere Jahr entwickelt, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Krankenkassen und den Gesundheitsfonds haben wird, werden wir erst im Herbst einschätzen können,“ sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Dann werde man auch entscheiden, in welchem Umfang im Jahr 2021 zusätzliche Bundesmittel in der gesetzlichen Krankenversicherung und der sozialen Pflegeversicherung bereitgestellt werden müssen.

Finanzentwicklung nach Krankenkassenarten

Bis auf die Knappschaft Bahn See (KBS), die ein Dezit von rund 50 Mio. (Millionen) Euro erzielte, verbuchten alle Krankenkassenarten Überschüsse: die Ersatzkassen erzielten ein Plus von 908 Mio. Euro, die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) von 320 Mio. Euro, die Betriebskrankenkassen (BKK) von 50 Mio. Euro, die Innungskrankenkassen (IKK) von 46 Mio. Euro und die landwirtschaftliche Krankenversicherung (LKV) von 21 Mio. Euro.

Ergebnis des Gesundheitsfonds

Demgegenüber verzeichnete der Gesundheitsfonds im 1. Halbjahr 2020 ein Defizit von rund 7,2 Mrd. Euro. Im Januar betrug die Liquiditätsreserve noch rund 10,2 Mrd. Euro.

Gründe für dieses Defizit sind laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) neben saisonalen Effekten vor allem konjunkturbedingte Mindereinnahmen sowie Ausgleichszahlungen an Leistungserbringer.

Für die Ausgleichszahlungen für freigehaltene Krankenhausbetten sowie zum Ausgleich von Belegungsrückgängen von Vorsorge – und Rehabilitationseinrichtungen, den Ausbau von Intensivbetten, sowie zum Ausgleich von Einkommenseinbußen für Heilmittelerbringer und die Zuschüsse für Sozialdienstleister wurden aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bis Ende Juni insgesamt 7,25 Mrd. Euro ausgezahlt. Davon hat der Bund als Kompensation für die Ausgleichszahlungen aufgrund von Belegungsrückgängen in Krankenhäusern für das 1. Halbjahr rund 5,73 Mrd. Euro an den Gesundheitsfonds zurück überwiesen.

Ausgabenrückgänge bei Krankenhaus- und Rehabehandlung

Als Folge der Corona-Pandemie ist es in einer Reihe von Leistungsbereichen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu Ausgabenrückgängen bei den Krankenkassen gekommen, so das BMG. So habe der Rückgang bei planbaren Leistungen bei den Krankenhausausgaben im 1. Halbjahr zu einem Minus von 2,4 Prozent geführt. Bei Vorsorge- und Reha (Medizinische Rehabilitation)-Maßnahmen gab es einen Rückgang 15,2 Prozent.

Details: Finanzielle Entwicklung in der Gesetzlichen Krankenversicherung

Details: Ausgleichszahlungen aus dem Gesundheitsfonds