Ab 2022 drohen mehr Klinikpleiten

Ohne weitreichende Reformen wird sich die Zahl der defizitär arbeitenden deutschen Krankenhäuser innerhalb weniger Jahre verdoppeln und bereits im Jahr 2025 bei über 50 Prozent liegen. Dies ist die Prognose des Krankenhaus Rating Reports 2020, dem die Auswertung der Jahresabschlüsse von knapp eintausend deutschen Krankenhäusern zugrunde liegen.

Klinikpleiten

Im Untersuchungszeitraum, dem Geschäftsjahr 2018, lag der Anteil von Krankenhäusern mit negativem Geschäftsergebnis noch bei rund 30 Prozent, so die Untersuchung des Essener RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.

Hintergrund der Entwicklung ist, dass die Gesamtheit der deutschen Krankenhäuser die Kostenentwicklung durch eine steigende Zahl von Behandlungsfällen nahezu kompensieren konnte - zumindest bis 2016. Seit 2017 steigt die Leistungsmenge nicht mehr. Auch für die kommenden Jahre gehen die Wissenschaftler des RWI von stagnierenden Fallzahlen aus.

Bereits heute schon arbeitet der deutsche Krankenhaussektor am Rande der Profitabilität. So sanken die durchschnittlichen Gewinne laut Krankenhaus Rating Report 2020 von 2,2 Prozent des Umsatzes im Jahr 2016 auf nur noch 1,2 Prozent im Jahr 2018.

Die Autoren, Prof. Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs „Gesundheit" im RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, und Dr. Sebastian Krolop, MSc, Global Chief Operating&Strategy Officer bei HIMSS, präsentieren den Krankenhaus Rating Report seit 2010 auf dem Hauptstadtkongress. Erstmals in diesem Jahr findet diese traditionsreiche Vorstellung des Krankenhaus Rating Reports online im Rahmen von Hauptstadtkongress Digital statt.