Krankenhäuser müssen planbare Operationen verschieben

Kliniken in Schleswig-Holstein müssen ab sofort planbare Behandlungen und Operationen in einem angemessenen Rahmen einschränken. Dazu hat das Gesundheitsministerium gestern die sogenannten Cluster-Krankenhäuser - das sind Kliniken, die in erster Linie Covid-Patienten aufnehmen - aufgefordert.

Kliniken müssen elektive Eingriffe verschieben

Damit sollen Kapazitäten vor dem Hintergrund des erwartbaren weiteren Anstiegs geschaffen werden. Ähnlich wurde bereits im Frühjahr verfahren.

Auch in Schleswig-Holstein steigt die Zahl der Corona-Infektionen stark an. Ebenso nimmt die Zahl der hospitalisierten Patientinnen und Patienten zu. Zudem ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen, da die Hospitalisierungen in aller Regel mit zeitlicher Verzögerung zu den Erkrankungen erfolgen. Gerade im Hamburger Rand zeigt sich die hohe Auslastung bereits.

Mit Stand vom 15. Dezember 2020 gibt es in Schleswig-Holstein: 708 Intensivbetten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit, davon sind 188 frei. Weitere Betten können einsatzbereit gemacht werden, vorausgesetzt der Einsatz von medizinischem Personal wird anders organisiert, z.B. durch die Verschiebung planbarer Eingriffe.

Ebenso mit Stand 15. Dezember 2020 waren 181 Covid-Patienten in Kliniken in Schleswig-Holstein, davon 28 in Intensivtherapie und 17 in Beatmung.

Derweil hält die Kritik am Rettungsschirm 2.0 an. Bemängelt wird, dass im Gesetz überzogene Vorgaben für die Freihaltepauschale festgeschrieben sind. So könnten nur Krankenhäuser der so genannten erweiterten und umfassenden Notfallstufen eine Freihaltepauschale erhalten, wenn in ihrem Land- oder Stadtkreis weniger als 25 % der Intensivbetten frei sind und die Inzidenz über 70 Fällen je 100.000 Einwohner liege.

Zu den 7-Tage-Inzidenz in den Kreisen und kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein

Hintergrund

Schleswig-Holstein hat Versorgungscluster gebildet. Sie sollen sowohl die allgemeine Versorgung der Patientinnen und Patienten als auch die der COVID-19 Patientinnen und Patienten sicherzustellen. 

  • Die Krankenhäuser dieser Cluster stehen in engem Kontakt untereinander. 
  • Alle Krankenhäuser, die über Intensiv- und Beatmungskapazitäten verfügen, melden täglich über ein Online-Portal, auf das die Krankenhäuser, die Rettungsdienste und das Gesundheitsministerium Zugriff haben, die Belegung ihrer Kapazitäten.
  • Innerhalb dieser Cluster sind sogenannte „Entlastungskrankenhäuser“ benannt, die entweder mindestens ganze Stationen für nicht-intensivpflichtige COVID-19 Patienten vorhalten oder andere Patienten aus den notfallversorgenden Häusern aufnehmen können.

Zudem haben Bund und Länder ein sogenanntes Kleeblattkonzept abgestimmt, über das schwer kranke COVID-19-Patienten aus vom Infektionsgeschehen stark betroffenen Regionen in weniger betroffene Regionen in Deutschland verlegt werden können.