Hamburg: Trotz Hilfen - Kliniken weiter in wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Trotz der Hilfen des Bundes bleibt die wirtschaftliche Lage der Hamburger Krankenhäuser weiterhin stark angespannt. Dies ergab eine Befragung der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft (HKG) unter ihren Mitgliedern.

Wirtschaftliche Lage der Hamburger Krankenhäuser weiter problematisch

"Die Ergebnisse lassen den Rückschluss zu, dass alle Krankenhäuser weiterhin unter erheblichen wirtschaftlichen Problemen leiden", teilt der Verband mit.

Nur geringe Unterschiede zwischen den Kliniken

Demnach hatten selbst die Hamburger Kliniken mit Anspruch auf Ausgleichszahlungen des Bundes wegen leerstehender Betten im ersten Quartal 2021 durchschnittlich Erlösrückgänge von 12 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Belegung der Betten sank um 15%. Die Ausgleichszahlungen hätten nur 81 % der Erlösverluste für fehlende Krankenhausbehandlungen kompensiert.

Mit durchschnittlich 11% und damit etwas geringer seien die Erlöse in den Krankenhäusern ohne Anspruch auf Ausgleichszahlungen gesunken. Bei diesen Krankenhäusern sei die Belegung um 10 % gegenüber dem ersten Quartal 2020 zurückgegangen.

Kein vollständiger Ausgleich von Verlusten

Trotz des Rettungsschirms von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für 2021 verblieben den Krankenhäusern Defizite, die auch am Ende des Jahres nicht aufgefangen werden könnten. Der Rettungsschirm 2021 sehe eine „Eigenbeteiligung“ der Krankenhäuser vor, bei der die Krankenhäuser 2 % der Erlösausfälle selbst tragen müssten und die darüber hinaus gehenden Defizite nur zu 85 % ausgeglichen würden. 

Alleine aus der „Eigenbeteiligung“ von 2% müssten die Kliniken in Hamburg Verluste von rund 40 Millionen Euro einzukalkulieren. 

Die Krankenhäuser könnten den Defiziten nur durch Personalabbau entgegenwirken. Dies sei in der laufenden Pandemie weder den Mitarbeitenden der Krankenhäuser noch der Bevölkerung vermittelbar, so die Krankenhausgesellschaft.

Hinweis:  Die HKG betont, dass die zweite Märzhälfte 2020 bereits durch pandemiebedingte Freihaltung von Betten geprägt war, so dass die Referenzgröße erstes Quartal 2020 gegenüber einem Normalbetrieb um ca. 10 % zu niedrig liege. Dies sei bei der Bewertung der Ergebnisse zu berücksichtigen.