Dritte Pandemiewelle: Erneut weniger Krankenhausbehandlungen in Schleswig-Holstein

Auch in der dritten Pandemiewelle kam es bei vielen Krankenhäusern in Schleswig-Holstein erneut zu Fallzahlrückgängen. Allerdings fielen diese geringer aus, als in den ersten beiden Corona-Wellen. Das zeigt die Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Zahl der Krankenhausfälle in Schleswig-Holstein währen dritter Pandemiewelle erneut stark eingebrochen

Demnach lag die Gesamt-Fallzahl der stationär behandelten AOK-Versicherten in den Kliniken im echten Norden (ohne psychiatrische Kliniken) im Frühjahr 2021 (März bis Mai 2021) um 13 Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum 2019. In der zweiten Welle (Oktober 2020 bis Februar 2021) betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch 18 Prozent, in der ersten Welle im Frühjahr 2020 (März bis Mai 2020) sogar minus 24 Prozent.

Auffällig seien die Einbrüche im Bereich der ambulant-sensitiven Krankheitsbilder, etwa bei der chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD (bis zu 43 Prozent). Bei der Herzinsuffizienz hingegen lag der Rückgang in der dritten Welle bei zwölf Prozent und war damit etwas geringer als in der zweiten Welle (minus 18 Prozent). 

Anlass zur Sorge bereitet nach wie vor der Rückgang bei den Notfall-Behandlungen. Auch in der dritten Pandemiewelle von März bis Mai 2021 lagen die Behandlungsfälle aufgrund von Schlaganfällen weiterhin unter dem Niveau der Vorpandemiezeit: Das Minus betrug im Vergleich zum Vergleichszeitraum 2019 immer noch zwölf Prozent. „Wir appellieren an die Patientinnen und Patienten, bei Notfallsymptomen auch unter den Bedingungen der Pandemie nicht zu zögern und umgehend den Notruf zu wählen“, so Dr. Christoph Vauth, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest.

Das WIdO aktualisiert mit den vorliegenden Daten eine Auswertung aus dem März 2021. Basis der Analyse sind Daten von stationär behandelten AOK-Versicherten.