Corona-Krise beschleunigt Digitalisierung bei Paracelsus

Videochats statt Konferenzen, Cloud-Working statt zeitaufwändiger Abstimmungen und flexibles Home-Office statt Präsenzpflicht – was in der Corona-Krise vielerorts zum ersten Mal Einzug in den bundesdeutschen Büroalltag fand, hat sich in den Paracelsus-Kliniken bereits in den Wochen der Krise bewährt.

Bedside-Terminals: TV, Radio, Klinik-Infos - alles auf dem Tablet © Victor Lemeshko, Paracelsus-Kliniken)

"Wir haben vor knapp zwei Jahren damit begonnen, alle unsere Kliniken miteinander zu vernetzen, schnelle Internetverbindungen einzurichten und gemeinsame Software-Plattformen auszurollen“, erklärt Fabian Pritzel, der als Geschäftsführer (CTO) bei Paracelsus für den Bereich Technologie und Innovation zuständig ist. „Die Corona-Krise war unsere Bewährungsprobe und sie hat uns gezeigt, dass unser Konzept aufgeht und sich die Mühe gelohnt hat."

Zu einem regelrechten Boom habe zum Beispiel auch die Mitarbeiter-App erfahren. "Wir konnten dank Cloud-Working Projekte nicht nur online besprechen, sondern auch gemeinsam bearbeiten und sofort an den Start bringen," berichtet der Geschäftsführer.

Frischer Wind für neue Projekte

Auch auf anderen Gebieten setzt Paracelsus nach diesen Erfolgen auf eine verstärkte Weiterentwicklung digitaler Instrumente. So stehe im medizinischen Bereich die finale Einführung der digitalen Pflegedokumentation IDA.Care bis zum Ende des Jahres in allen Klinken an. Die Smartphone-basierte App mache eine vernetzte Pflegeplanung sogar mit mehreren Professionen möglich. Für Patienten gebe es bei seit 2019 eine Nachsorge-App. Über sie könnten Patienten per Tablet oder Smartphone Trainingseinheiten zur Physiotherapie absolvieren – und sogar vom zuständigen Arzt oder Therapeuten kontrollieren lassen.

In der Planung sei darüber hinaus bereits eine weitere App. Sie soll den Patienten bei seinem Aufenthalt im Krankenhaus begleiten und in naher Zukunft praktische Informationen wie eine Checkliste zum Kofferpacken, digitale Aufklärungsunterlagen und den Gebäudeplan der Klinik ebenso auf dem Smartphone vereinen wie individuelle tagesaktuelle Informationen zu Therapie-Terminen und Speiseplänen. Interaktive Fragebögen zur Aufnahme und zur Entlassung könnten in der App digital hinterlegt werden und so Berge von Papier und ein stundenlanges Erfassen durch Mitarbeiter überflüssig machen.

„Beide Seiten, sowohl Patient als auch Klinik, würden so profitieren”, erklärt CTO Fabian Pritzel. „Sogar die Nachsorge wäre über eine integrierte Videofunktion mit Arzt-Chat möglich. Da sind wir in der Planungsphase.”

Große Schritte in der Planung

Als bisher ehrgeizigste und größte Projekt bezeichnet Paracelsus aber die Zukunftsvision eines „Medical Archive“. Aus allen Häusern des Klinikunternehmens sollen die Behandlungsdaten zusammenzutragen und ausgewertet werden. Zentrales Element könnten dabei die sogenannten Patient Reported Outcome Measures (PROMs) sein, an denen dann konzernübergreifend nachvollzogen werden könne, wie die erfolgreichste Behandlung aussieht. 

"Wir arbeiten seit Anfang 2019 daran, eine strukturierte konzernweite Speicherung aller medizinischen Informationen, Patienten-Daten und Fallzahlen als ,Big Data‘ unabhängig von einzelnen Krankenhausinformationssystemen umzusetzen", so Fabian Pritzel. "Ziel ist eine Wissensbasis, die wir mit Tools unterschiedlicher Art gezielt abfragen können, auch mobil zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wir wollen dieses Wissen konzernweit für die Modellierung besserer Behandlungsprozesse nutzen, sehen das System aber auch an Schnittstellen offen für andere Akteure im Gesundheitssystem vom Hausarzt bis zur Nachsorge."

Quelle: paracelsus-kliniken.de