Blitzumfrage - Kliniken erwarten extreme Belastungen

Für die kommenden Wochen der Pandemie kommen weitere extreme Belastungen auf die Krankenhäuser zu, prognostiziert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) nach einer Blitzumfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) unter 223 Krankenhäusern. 

Kommende Wochen bringen extreme Belastungen für Kliniken

Demnach hält gut ein Drittel der befragten Kliniken eine Überlastung des eigenen Standortes für wahrscheinlich, sodass einzelne medizinisch dringliche Fälle an umliegende Krankenhäuser verwiesen werden müssen. 14 Prozent rechnen damit, dass weder sie selbst noch umliegende Häuser alle medizinisch dringlichen Fälle aufnehmen können. In diesem Fall müssten dann überregionale Patientenverlegungen stattfinden.

„Diese Zahlen machen deutlich, dass die Politik unbedingt konsequent handeln muss, um die dritte Welle zu brechen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der DKG, Dr. Gerald Gaß. 

Insgesamt drohe aber offensichtlich keine komplette Überlastung des Systems, denn die Hälfte der Krankenhäuser geht davon aus, dass absehbar alle medizinisch dringlichen Fälle behandelt werden können. Positiv sei zudem, dass durch die voranschreitenden Impfungen das Personal deutlich besser geschützt sei als noch in der ersten und zweiten Welle. 50 Prozent der befragten Krankenhäuser geben an, dass die Personalausfälle wegen Corona-Infektionen oder Quarantäne im Vergleich zur zweiten Welle deutlich zurückgegangen seien.

„Trotz dieser guten Entwicklung sehen wir aber auch weiterhin die Belastungen in den Kliniken. Drei Viertel der Häuser müssen ihre Regelversorgung deutlich (55 Prozent) oder in nennenswertem Umfang einschränken (20 Prozent). Nur in einem Viertel fällt die Belastung gering aus, weil die Regelversorgung überwiegend geleistet werden kann“, so Gaß.