BDPK: Fallpauschalen-System vereinfachen!

Der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) plädiert dafür, bei der Neuordnung der Krankenhaus-Finanzierung das bestehende Fallpauschalen-System zu vereinfachen, statt es noch komplizierter zu machen.

Klinikfinanzierung - Pauschalen besser als ihr Ruf

Nach Auffassung des BDPK wird das DRG-System zu Unrecht für Probleme des deutschen Gesundheitssystems verantwortlich gemacht. Die 2003 unter der rot-grünen Regierungskoalition eingeführte Vergütung mit Fallpauschalen sei nicht der Grund für die finanzielle Misere der Krankenhäuser, sondern die ungenügende Refinanzierung von Personalkosten und Investitionen. 

BDPK-Hauptgeschäftsführer Thomas Bublitz: „Das bewährte System braucht zweifellos eine Modernisierung. Es darf dabei aber nicht noch unübersichtlicher werden, sondern muss entwirrt, aufgeräumt und noch stärker am Nutzen für Patienten ausgerichtet werden.“

Pauschalen sind besser als ihr Ruf

Als Beispiel für zu viel Regulierung nennt Bublitz die 2019 eingeführte Ausgliederung der Personalkosten aus den Fallpauschalen. „Das hat hohen zusätzlichen Aufwand durch Zählen und Dokumentieren verursacht und zu Streit zwischen Kassen und Kliniken geführt, aber keinen erkennbaren Nutzen für die Patienten gebracht,“ so Bublitz. Deshalb sollten keinesfalls weitere Personalkosten ausgliedert werden.

Der BDPK verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf das bereits Mitte 2019 vom schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerium vorgelegte Diskussionspapier „Zukunft sichern – Krankenhausfinanzierung reformieren“, das praktikable Vorschläge für eine patientenorientierte Weiterentwicklung des DRG-Systems enthält. Dazu gehört aus Sicht des BDPK, dass gesetzliche Rahmenbedingungen für regionale sektorenübergreifende Versorgungsmodelle geschaffen werden.