Digitalisierung der Krankenhäuser

Digitalisierung in Krankenhäusern bestenfalls noch in den Kinderschuhen

Digitalisierung ist in den meisten Krankenhäusern noch immer Zukunftsmusik. Grund dafür sind fehlende finanzielle Mittel und fehlendes IT-Fachpersonal. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von BDO und dem Deutschen Krankenhausinstitut (DKI).

Das größte Defizit zeigt sich bei einer der wichtigsten Schnittstellen zwischen Patient und Krankenhaus: 84 % der Häuser haben kein Patientenportal. Ein solches Portal bietet – je nach Ausgestaltung – die Möglichkeit, online Termine zu vereinbaren und weitergehende Informationen über den Behandlungsstand abzurufen.

Noch nicht überzeugend sind zudem die Zahlen beim Zukunftsthema Telemedizin mit ihren vielfältigen Möglichkeiten für Diagnosen, Therapien und das Monitoring der Patienten oder den fachlichen Austausch der Ärzte untereinander. So finden das telemedizinische Patientenmonitoring sowie Telekonsile bei rund der Hälfte der Krankenhäuser keine Anwendung. Trainings- und Therapieanwendungen finden bei fast 80 % der Krankenhäuser nicht statt.

Eine weite Verbreitung hingegen haben IT-Lösungen wie elektronische Dokumentationssysteme, elektronische Bildverwaltung sowie das digitale Archiv. Diese sind lediglich bei weniger als 10 % der befragten Krankenhäuser nicht vorhanden.

Hauptursachen: Geld- und Personalmangel

Das wesentliche Problem sehen dabei 80 % der Krankenhäuser in fehlenden finanziellen Mitteln bei gleichzeitig hohen Kosten der Digitalisierung. Personalmangel in der IT-Abteilung (66 %) und mangelndes Fachwissen bei den Mitarbeitern der Krankenhäuser (51%) verschärfen die Lage.

Für die repräsentative Studie Digitalisierung der Krankenhäuser der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) wurden deutschlandweit insgesamt 173 Allgemeinkrankenhäuser mit einer Kapazität von 100 oder mehr
Betten befragt. 

Quelle: BDO Pressemitteilung vom 05.11.2019