Klartext statt Fachchinesisch
Seit dem 1. Juni 2010 ist der umfassendste Klinikvergleich Deutschlands im Internet zugänglich. Im Klinikportal mit der Adresse www.qualitätskliniken.de stellen sich bereits zum Start 140 Krankenhäuser aus dem ganzen Bundesgebiet einem offenen und objektiven Leistungsvergleich, der in dieser Form einmalig ist.
Mit
www.qualitätskliniken.de
ist jetzt ein Internetportal für die Öffentlichkeit zugänglich, das
Krankenhäuser auf der Basis von rund 400 Qualitätsindikatoren vergleicht
und die Ergebnisse in einem leicht zu bedienenden und anschaulichen
Informationskatalog vorstellt. Erstmals werden Indikatoren zur
Behandlungsqualität, Patientensicherheit, Patientenzufriedenheit und
Einweiserzufriedenheit so verdichtet, dass eine nach Qualitätskriterien
gruppierte Darstellung der Kliniken gebildet werden kann. Die Nutzer
können auch ohne medizinische Fachkenntnisse die Qualitätsdimensionen
nach eigenen Bedürfnissen individuell gewichten. Als Ergebnis erhalten
sie ein aus allen Faktoren ermitteltes Ergebnis, das ihre eigene
Entscheidung transparent unterstützt.
Tägerübergreifende Beteiligung
Das Klinikportal entstand aus
einer Initiative unter dem Dach des BDPK, Gründer sind die drei privaten
Klinikunternehmen Asklepios Kliniken GmbH, Rhön-Klinikum AG und Sana
Kliniken AG. Bereits zum Start haben weitere kommunale und
konfessionelle Krankenhäuser Partner ihre Mitgliedschaft vertraglich
besiegelt. Darunter Vivantes - Netzwerk für Gesundheit GmbH, die
Gesundheit Nord gGmbH Klinikverbund Bremen, das Caritas-Krankenhaus St.
Josef, Regensburg und das St. Josefs-Hospital Wiesbaden. Auch sie werden
in Kürze ihre Daten im Portal veröffentlichen.
Anlässlich der ersten Mitgliederversammlung am 31. Mai 2010 wurde
die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit an der Weiterentwicklung des
Portals durch die Vorstände und Geschäftsführer dieser Krankenhäuser und
–verbünde deutlich: sie stellten sich zur Wahl für den
Mitgliederbeirat. Unabhängig von ihrer Trägerschaft sind alle deutschen
Krankenhäuser dazu eingeladen, Mitglied zu werden und sich aktiv an der
Weiterentwicklung des Portals zu beteiligen.
Qualität in vier Dimensionen
Freigeschaltet wurde das
Klinikportal im Rahmen einer Kongress-Veranstaltung in Berlin von
Hannelore Loskill vom Bundesvorstand der gemeinnützigen
Patientenorganisation BAG Selbsthilfe. Zuvor hatten die Geschäftsführer
der 4QD Qualitätskliniken.de GmbH (4QD) als Trägerorganisation sowie
Vertreter der Gründungsunternehmen die Hintergründe für die Entwicklung
sowie den Aufbau und die Funktionsweise des Portals erläutert.
Wesentlicher Bestandteil ist dabei die medizinische Ergebnisqualität,
die durch alle rund 320 Indikatoren der Bundesgeschäftsstelle für
Qualitätssicherung (BQS) und 19 Indikatoren aus routinemäßig erhobenen
Abrechnungsdaten der Krankenhäuser ermittelt wird. Hinzu kommen weitere
21 Indikatoren aus einer Selbstbewertung der Kliniken zur
Patientensicherheit sowie 23 Indikatoren zur Patienten- und
Einweiserzufriedenheit. Die Patientensicherheit ist ein besonders
hervorzuhebendes Alleinstellungsmerkmal. Angelehnt an die Empfehlungen
des Aktionsbündnis Patientensicherheit werden bei Qualitätskliniken.de
wichtige Aspekte der Patientensicherheit abgefragt und bewertet.
Mit drei Mausklicks zum Erfolg
„Die Nutzer an den Computern zu
Hause finden sich ohne Erklärungen und Bedienungsanleitungen in unserem
Portal www.Qualitätskliniken.de zurecht und können nach Mausklicks
Stärken und Schwächen von Kliniken miteinander vergleichen,“ berichtet
Dr. Christoph Straub, Vorstand der Rhön-Klinikum AG. „Und: Die Patienten
können sicher sein, dass der Vergleich neutral und objektiv ist. Um
dies zu gewährleisten, entwickelten Qualitätsexperten
Bewertungsverfahren und Darstellungsformen, die auf national und
international erprobten, wissenschaftlichen Erkenntnissen zur
Qualitätserfassung und -beurteilung beruhen. Für die Entwicklung haben
wir uns vor allem mit dem BQS-Institut starke und erfahrene Partner ins
Boot geholt, ohne deren Expertise dieses Portal nicht in so kurzer Zeit
diesen Zustand erreicht hätte und die uns auch bei der bereits geplanten
Weiterentwicklung nachhaltig unterstützen werden“, so Straub.
Genial einfach
„Die Suche im Portal kann wahlweise mit der
Eingabe von Fachabteilung, Krankheitsbild oder Behandlungsart beginnen.
Übersichtlich in einem Feld kann der Nutzer mit der Eingabe eines
Begriffes beginnen und wird schon nach dem dritten Buchstaben durch
angebotene Begriffe unterstützt, wie man das in modernen Portalen im
Internet kennt. Ein innovativer Thesaurus stellt im Hintergrund die
Verbindung zwischen den laienverständlichen Eingaben und den
medizinischen Fachbegriffen her.“ So beschreibt Dr. Klaus Piwernetz,
Geschäftsführer der 4QD GmbH den Einstieg in die Suche im Portal. Sein
Geschäftsführerkollege Thomas Bublitz führt weiter aus: „Dargestellt
werden auch Strukturdaten wie die Anzahl der Behandlungsfälle mit dem
Anteil an Notfallpatienten und Angaben zum Leistungsspektrum, wie
Fachabteilungen, fachabteilungsübergreifende Versorgungsschwerpunkte,
medizinisch-pflegerische Leistungsangebote, apparative Leistungsangebote
inklusive ihrer Verfügbarkeit sowie Serviceangebote. Auch dies
interessiert potenzielle Patienten, wenn sie sich für eine Klinik
entscheiden wollen.“
Fündig auch ohne Fachbegriffe
„Wer sich einen Fachbegriff
nicht merken konnte, kann auch über ein Körperschema in die Suche
einsteigen. Dabei geht der Nutzer von einem Organ aus und kann dann die
Suche schrittweise verfeinern,“ zeigt Dr. Markus Müschenich, Vorstand
der Sana Kliniken AG. „Dadurch machen wir die Suche für viele Menschen
sehr viel einfacher.“ Und eine weitere Funktion des Portals hebt er
hervor: „Aus der Rangliste heraus kann sich der Nutzer jede Klinik mit
einem Mausklick ‘merken’. Später kann er dann mit dieser Merkliste die
weitere Selektion eingrenzen oder auch direkt Kontakt mit der Klinik
aufnehmen. Dazu haben die Kliniken selbst Kontaktdaten in das Portal
eingestellt, mit denen ein rascher und kompetenter Dialog zwischen der
Klinik und dem Portalnutzer zustande kommt.“
Qualität bis auf die Stelle nach dem Komma
„Es ist endlich an der Zeit, dass Krankenhäuser selbst berichten
und nicht andere, die außen stehen. Diese Form der Rechenschaft sollte
nicht ausschnittartig sein und von vielen Klinken anerkannt werden,“
berichtet Dr. Roland Dankwardt, Medizinischer Direktor der Asklepios
Gruppe. „Die Bewertung von Krankenhäusern anhand eines Kriteriums war
uns zu wenig. Vernünftig ist eine vollständige Betrachtung anhand der
vier Dimensionen, die wir heute vorstellen. Damit wird Qualität für alle
begreifbar- und zwar vor Ort genauso wie bundesweit,“ so Dr. Dankwardt.
Aus diesem Grund biete das Portal auch eine Suche nach Ort und
Umgebung. So könne der Nutzer selbst seine Mobilitätsgrenze einstellen
und erfahren, welche Krankenhäuser es in diesem Umkreis gibt. Er führt
auch vor, wie man bei diesen Krankenhäusern dann bei jedem
Qualitätsindikator in Erfahrung bringen kann, welche Ergebnisse die
Mitglieds-Krankenhäuser erreicht haben – in einer detaillierten Ansicht
sogar bis auf die Stelle nach dem Komma. Das umfasst auch die in der
Öffentlichkeit viel beachteten Vergleiche von Sterblichkeitsraten, die
verdeutlichen, dass die Mitgliedskrankenhäuser eine Transparenz
anstreben, wie sie so bisher nicht verfügbar war.
Fotos von der Pressekonferenz zur Freischaltung des Portals
sowie die dazu herausgegebene Pressemitteilung können Sie hier
herunterladen.