VPK SH
24. November 2017  

Geriatrische Versorgung in Krankenhäusern und Reha-Kliniken, ein Plus für Patienten

Zu den kritischen Äußerungen des Barmer-Chefs, Christoph Straub, anlässlich des kürzlich vorgelegten Barmer-Reports zur Zunahme kostenintensiver geriatrischer Maßnahmen in Krankenhäusern erklärt Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des BDPK:

„In einer älter werdenden Gesellschaft handeln Krankenhäuser entsprechend ihrem Versorgungsauftrag, wenn Patienten eine geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung (GFKB) erhalten. Dies vermeidet Pflegefälle und hilft vielen älteren Menschen, ohne allzu großen Verlust an Selbstversorgungskompetenz nach schwerer Krankheit wieder in ihrer gewohnten Umgebung zurechtzukommen. In dieses Handeln vor allem ein ökonomisches Interesse der Krankenhäuser zu interpretieren und ein Gegeneinander von Krankenhäusern und Reha-Kliniken zu vermuten, ist absurd. Denn hier geht es um krankenhausbehandlungsbedürftige Patienten, die parallel ein Frührehabilitationsprogramm erhalten. Die Patienten sind oft so schwer krank, dass sie nicht anstelle der GFKB direkt in eine nachsorgende Rehabilitationsklinik entlassen werden können. In vielen Fällen bewirkt erst die Behandlung im Krankenhaus die notwendige Rehabilitationsfähigkeit, um im Anschluss in einer Rehabilitationseinrichtung versorgt werden zu können.“

Angesichts des bestehenden demografischen Wandels, ist der weitere Ausbau der geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung in den Krankenhäusern im Interesse der guten Versorgung der Patienten sinnvoll und notwendig, meint Bublitz. Die Krankenkassen täten gut daran, einen besseren Zugang zu den Reha-Einrichtungen zu ermöglichen, anstatt dringend gebotene geriatrische Behandlungen in den Krankenhäusern vor allem aus Kostengründen zu kritisieren. Wichtig für eine gute Patientenversorgung in Zukunft sei, dass die Krankenkassen notwendige Rehabilitationsbehandlungen genehmigten. Hier lehnen die Krankenkassen zu häufig aus Kostengründen ab, wie schon der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, im Juni 2017 erklärte. Die Folge dieses Vorgehens ist, dass ältere Menschen in Pflegeheime abgeschoben werden.

Erst kürzlich hat auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe vor allem von den Krankenkassen einen Bewusstseinswandel zur Reha vor Pflege gefordert. Er mahnte passgenaue Informationen und Beratung durch die Krankenkassen an und forderte sie auf, alles zu tun, um die älteren Menschen bedarfsgerecht mit Prävention und Reha vor Pflege zu schützen.


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